Die Geschichte

Eigentlich wollte David Tillmann mit ein paar Freunden im Sommer 1953 Kammermusikferien verbringen, doch es kam anders... Er wurde angefragt, ob sich einige musikbegeisterte Kinder diesen Ferien anschliessen dürften, und so reisten alle zusammen mit Instrumenten beladen nach Misanenga: Dies waren die ersten Musikferienwochen! Während neun Jahren mietete er in den Sommerferien jeweils leerstehende Hotels. So fanden die Musikferienwochen in Sachseln, Stels, zweimal in Vals, in Vevey, Glion, zweimal in Iseltwald und in St. Maria im Münstertal statt.


Später organisierte er mehrere Auslandkurse zu folgenden Themen: In der Nähe von Rom wurde im Oratorio von St. Severa Cesti's Oratorium aufgeführt, venezianische Musik in Venedig, Mozart und Schubert in Wien, Musik am Hofe Louis XIV in Versailles und gregorianische Choräle und Musik aus dieser Zeit in Vezelay. Dabei bildeten die Vorträge der Pianistin und Musikpädagogin Lily Mermi­nod einen wichtigen Bestandteil, verstand sie es doch, eine Epoche im Zusammenwirken von Musik, bildender Kunst, Literatur und Architektur lebhaft zu vermitteln.
Aus der zufälligen Begegnung mit Lili und Hans-Peter His-Miescher während des Musiklagers in Iseltwald entstand eine lebenslange richtungsweisende Freundschaft. Ihnen gebührt ein unermesslich grosser Dank, denn sie zeigten dem jungen David Tillmann den Jolimont und machten ihn mit der Familie de Pury bekannt.


So fanden im Sommer 1963 zum ersten Mal die Musikferienwochen auf dem Jolimont statt. Im Anschluss daran unterrichtete David Tillmann seine Zürcher Schulklasse während zweier Wochen als Schulverlegung an diesem einmaligen Ort. Regine Pfaehler, erstmals als Leiterin im Musiklager dabei, verstand sich in so idealer Weise mit David Tillmann, dass bereits im Frühling 1964 in Erlach die Hochzeitsglocken läuteten.

 

Die Idee der Jolimont-Schule, ein Reifejahr für Kinder der sechsten Klasse, war inzwischen so konkret, dass die erste Schulklasse bereits im selben Frühjahr auf den Jolimont kam. Diese private Schule bestand dreiunddreissig Jahre - im Sommerhalbjahr als Internat auf dem Jolimont und im Winterhalbjahr als Tagesschule in der Zürcher Altstadt - in der über dreihundert Kinder das «schönste Schuljahr ihres Lebens» (Zitat) erlebten! Auch ihre vier Kinder Martin, Bettina, Barbara und Annette besuchten diese Schule und wuchsen auf dem Jolimont und in Zürich auf.
Der Übergang in die heutige Villa Jolimont wurde durch David und Regine Tillmann-Pfaehler und deren nun erwachsene Kinder gemeinsam gestaltet. Die beliebten Musikferienwochen wurden 1994 auf fünf verschiedene Musiklager erweitert und das Angebot zudem für musizierende Erwachsene ergänzt.


2001 erhielten David und Regine Tillmann-Pfaehler den Anerkennungspreis der Musikkommission des Kantons Bern für ihre langjährige Tätigkeit mit Kindern und Musik in der Villa Jolimont. Unterdessen geniesst David Tillmann den Ruhestand und reist mit grösstem Vergnügen in der ganzen Schweiz an die Konzerte der ehemaligen Musiklagerteilnehmer.

 

Seit 2004 werden die Aktivitäten in der Villa Jolimont vom Trägerverein Jolimont Musique durchgeführt, dessen Präsidentin Regine Tillmann-Pfaehler ist. Unterstützt wird die Villa Jolimont vom Förderverein Pro Jolimont, dem Gönner- und Freundeskreis der Villa Jolimont.

 

Hier finden Sie die Rede, die David Trachsler anlässlich des Jubiläumsfestes auf der St. Petersinsel am 31. August 2013 gehalten hat.